Fachschaft Dänisch

Velkommen på Brunsbüttel Gymnasium!

Dänisch lernen so weit entfernt von der dänischen Grenze? Das Gymnasium Brunsbüttel macht es möglich!

 

Wir sind das südlichste Gymnasium Schleswig-Holsteins, das Dänisch als neubegonnene Fremdsprache in der Oberstufe anbietet. Das Fach wird drei Jahre unterrichtet und kann in die Fachhochschul- und die Abiturwertung eingebracht sowie als mündliches Abiturfach gewählt werden.

 

Die Fachschaft Dänisch arbeitet mit dem Lehrwerk „Det er dansk“, welches im Sommer 2022 als modernisierte Neuauflage erscheinen wird.

Zudem bietet die moderne Ausstattung der Räume des Gymnasiums mit Smartboards zahlreiche Möglichkeiten, den Dänischunterricht mit authentischen Bildern, Hörmaterialien und Filmen zu bereichern.

 

Unterrichtsinhalte

 

Zu Beginn des Dänischunterrichts in der E-Phase werden der Grundwortschatz und die Grundlagen der Grammatik vermittelt, wobei stets der Lebensweltbezug und die Handlungsfähigkeit in der Sprache im Vordergrund des Unterrichts stehen.

 

Aufgrund der Einfachheit der Grammatik und der häufigen Nähe der Lexik zum Deutschen oder Plattdeutschen sind Dänischlernende nach nur wenigen Unterrichtsstunden in der Lage, sprachlich zu handeln und an bedeutsamen Gesprächen in der Fremdsprache teilzunehmen.

 

Selbst komplexe Bewerbungsgespräche auf Dänisch zu führen, erscheint nach nur zwei bis drei Jahren Unterricht möglich. Neben alltagsbezogenen Themen wie EinkaufenWetter oder Familienverhältnisse kommen auch Dänemarks Geschichte und Kultur nicht zu kurz, so können die Schülerinnen und Schüler beispielsweise eine Zeitreise in die Wikingerzeit unternehmen oder mit den Märchen des bekannten dänischen Dichters Hans Christian Andersen an ihre Kindheitserinnerungen anknüpfen.

Austauschprogramm

Das Gymnasium Brunsbüttel steht im engen Austausch mit dem Gymnasium Ringkøbing in der Nähe von Hvide Sande und bietet in regelmäßigen Abständen Möglichkeiten des Gruppen- als auch Einzelaustauschs an.

Grenzfreundschaft

Nach diversen Kriegen und Grenzverschiebungen steht seit 1920 die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark fest. Diese Grenze ist jedoch nicht von Abgrenzung, sondern viel mehr von gegenseitiger Offenheit geprägt. So sind in den Regionen kurz hinter den Grenzen aus geschichtlichen Gründen beispielsweise mehrere Sprachen und Kulturen zu finden. Menschen, Politik und Wirtschaft sind bestrebt, eine starke grenzübergreifende Beziehung entstehen zu lassen und zu fördern. Diese Beziehung kann positiven Einfluss auf die kulturelle Identität, Handlungsmöglichkeiten, Handlungsfreiheit, einen flexibleren Arbeitsmarkt, die Kooperation zwischen Unternehmen und vieles mehr haben.

 

Die geplante Fehmarnbelt-Verbindung ist sowohl ein Beispiel für die Früchte, die die grenzübergreifende Beziehung getragen hat, als auch eine neue Möglichkeit, diese Beziehung zu stärken. Unter anderem soll diese neue Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland zu Wachstumschancen für ein dynamisches Nordeuropa dienen und den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Dänemark verstärken.

Das Gymnasium Brunsbüttel sieht sich, selbst als südlichstes Gymnasium mit Dänischangebot, in der Verantwortung, ebenfalls einen Beitrag zur Stärkung dieser besonderen Beziehung zu leisten.

Von einem, der auszog, um in Dänemark zu studieren …

 

Moin,

Ich heiße Jason Adolph, bin 20 Jahre alt, komme aus Brunsbüttel und studiere seit September 2021 European Studies an der Syddansk Universitet (SDU) in Sønderborg. European Studies ist ein grundlegender multidisziplinarer Studiengang, der sich mit der Geschichte Europas, der EU, der Europäischen Wirtschaft, der Europäischen Kultur, Grenzen und vielem mehr auseinandersetzt. 2024 werde ich meine Bachelorthesis schreiben und dann einen Masterstudiengang anschließen. Das ist bei einem Bachelor-Abschluss in European Studies Pflicht. Der große Vorteil ist, dass jegliche Abschlüsse, welche ich in Dänemark machen werde, in Deutschland anerkannt werden. Der Studiengang wird in Sønderborg auf Englisch unterrichtet. Das ist dort auch Campus-Sprache. Sønderborg liegt eine halbe Stunde hinter der deutsch-dänischen Grenze an der Flensburger Förde.

 

Im Jahr 2021 absolvierte ich das Abitur am Gymnasium Brunsbüttel. Während der Oberstufe hatte ich 3 Jahre lang Dänischunterricht. Mit unserem Dänischkurs besuchten wir 2019 im Rahmen einer Exkursion die SDU in Sønderborg. Das gefiel mir so gut, dass ich im Oktober des gleichen Jahres noch eine Schnuppervorlesung dort besuchte. Mir gefiel auch, wie problemlos sich das alles online organisieren ließ; so fasste ich den Entschluss in Dänemark an der SDU zu studieren. Inmitten der Pandemie fanden das erste und jetzt das zweite Semester komplett in Präsenz und fast ohne Corona- Einschränkungen statt. So konnte ich schon den einen oder anderen Vorteil des Studentenlebens genießen, was manch anderer Student in Deutschland noch nicht erleben durfte.

 

Insgesamt war ich während der Oberstufenzeit drei Mal in Dänemark. Zuerst im Rahmen der Methodenwoche im 11. Jahrgang, danach stand der Besuch an der SDU an und zuletzt war ich Teil eines Austausches am Partnergymnasium in Ringkøbing. Ende der 10. Klasse wählte ich Dänisch, weil wir sehr häufig in Dänemark mit der Familie Urlaub machten. Was mir damals noch nicht bewusst war, aber jetzt durch meine Zeit in Dänemark klar wurde ist, dass wir in Brunsbüttel das Privileg genießen, Dänischunterricht besuchen zu können, obwohl wir nicht Teil der dänischen Minderheit in Deutschland sind. Ich stoße immer noch auf Erstaunen, dass Dänisch nicht nur in der dänischen Minderheit unterrichtet wird, sondern auch in anderen Teilen Schleswig-Holsteins.

 

Erstaunt waren die Dänen auch darüber, wie gut ich Dänisch sprechen kann. Ich hatte zwar drei Jahre Dänisch in der Oberstufe gehabt, aber durch Covid-19 konnte ich es nicht gebrauchen, da jeglicher Urlaub ausfiel. An der SDU habe ich wieder einen Dänischkurs belegt, welcher gratis ist, und kann jetzt auf meinem guten passiven Gehör für die Dänische Sprache aufbauen. Die schwierige Aussprache hat mich anfangs etwas verunsichert, jedoch konnte ich direkt Texte lesen und den Lehrer verstehen, was Erfolge sind. Die Unterrichtsinhalte ähneln denen aus dem Dänischunterricht am Gymnasium. Jetzt, nach einem halben Jahr in Dänemark, kann ich mich schon fast fließend auf Dänisch unterhalten und bin froh, in der Schule Dänisch belegt zu haben.

  „Danskerne kan godt lide teamwork“. Ich will gerne auch noch ein Wort über das dänische Bildungssystem verlieren, denn dort gibt es markante Unterschiede zum deutschen Bildungssystem. Für die Dänen sind „networken“ und Gruppenarbeit ganz gewöhnlich. So wird man direkt am Anfang des ersten Semesters in eine Study Group eingeteilt. Meine Study Group besteht aus 4 Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern Europas (Deutschland/ Dänemark/ Tschechien und Moldawien). Mit dieser muss man im Semester 2-4 Präsentationen halten. Präsentationen sind fester Bestandteil des dänischen Bildungsplans. Das finde ich super, das schult das Sprechen vor mehreren Leuten. In Dänemark ist alles vollkommen digitalisiert und auf Papier schreibt hier niemand mehr.

 

Das ganze Semester ist schon vor Semesterbeginn komplett durchgeplant, so dass man schon vor der ersten Vorlesung weiß, wann man was gelesen oder geschrieben haben muss. Dazu bieten die Uni und das IntroTeam viele Events an, so dass man sich in einem fremden Land nicht allein fühlt, ob es ein „Bar hopping“, eine Feier, die Freitags-Bar in der Universität oder ein Kaffee und Kuchen -Treffen mit Studenten in der Bibliothek sind. Anlässe gibt es genug, um mit den anderen Studierenden in Kontakt zu treten.

Schon vor dem ersten Semester hat die Uni StudyStart-Tests über die online Plattform itslearning abgehalten, welches das Hauptmedium ist. Dadurch kennt man sich schon vor dem ersten Tag des Semesters mit der Uni aus und kann bereits mit anderen Studenten in Verbindung treten. Am besten gefällt mir aber die entspannte dänische Mentalität. Diese drückt sich durch das Motto „alles über 02 ist komplette Zeitverschwendung“ aus. Im dänischen Notensystem ist 02 die Note, mit welcher man die Klausur (gerade noch) bestanden hat. Es ist nicht das Ziel, dass man die besten Noten schreibt, sondern dass alle ihr Studium schaffen und dabei eine schöne Zeit haben.

 

Ich bin sehr froh, dass ich den Schritt gewagt habe, nach Dänemark zu ziehen. Durch den Dänisch-unterricht habe ich den Studiengang kennengelernt und habe jetzt Freunde aus ganz Europa gefunden. Das ist ebenfalls ein Vorteil an der SDU. Es gibt Studenten aus fast jedem Land der Welt, und so kommt man in den Austausch mit vielen verschiedenen Menschen. Dazu legt die SDU auch einen großen Fokus auf das“ networken“ und darauf, dass viele Studenten nach dem Studium einen Job in Dänemark finden. Bei allen Anfangsformalitäten wie Termine bei der Einwanderungsbehörde usw. war die SDU ebenfalls behilflich. In Dänemark ist das komplette Studium kostenlos.

Dies war ein kleiner Einblick in mein Leben in Dänemark. Jedem, der Dänisch am Gymnasium Brunsbüttel belegt, kann ich nur raten: Nur keine falsche Scheu. Im Vergleich zu Latein wird man Dänisch in Zukunft gut gebrauchen können. Die Dänen freuen sich, wenn man mit ihnen Dänisch spricht und Fehler in der Aussprache oder Grammatik sind dabei gar nicht wichtig. Dänemark ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, denn nicht nur das Land und die Leute sind „dejlig“, sondern die ganze Atmosphäre hier ist richtig „hyggelig“. 

Syddansk Universitet (SDU) in Sønderborg