Geschichte

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Was leistet das Fach Geschichte am Gymnasium Brunsbüttel?

Geschichtsunterricht zielt auf den Erwerb fachlicher Kompetenzen in Auseinandersetzung mit historischen Inhalten. Kenntnisse von geschichtlichen Ereignissen und Entwicklungen sind eine notwendige, nicht jedoch eine hinreichende Voraussetzung historischen Lernens. Übergeordnetes Ziel des Geschichtsunterrichts am Gymnasium Brunsbüttel ist daher die Entwicklung einer narrativen Kompetenz, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, durch historisches Erzählen Sinn über Zeiterfahrung zu bilden. Historisches Erzählen verknüpft einzelne Sachverhalte aus der Vergangenheit und misst ihnen dadurch eine besondere Bedeutung zu. Dies wird erreicht, indem die Schülerinnen und Schüler lernen, historische Fragen zu stellen, Sachverhalte zu analysieren, Sach- und Werturteile zu formulieren.

Umgekehrt stellt auch die Dekonstruktion, d. h. die kritische Analyse bereits vorliegender und fremder historischer Deutungen, eine wichtige Aufgabe des Geschichtsunterrichts dar. Diese Deutungen finden sich beispielsweise in Werken von Historikern, in geschichtlichen Dokumentar- oder Spielfilmen, in mündlichen Erzählungen oder vermittelt durch Denkmäler u.v.m. Die Schülerinnen und Schüler
werden mit diesen bestehenden historischen Deutungen alltäglich mehr konfrontiert als mit historischen Quellen und daher ist es von wesentlicher Bedeutung, deren
Gültigkeit, Stimmigkeit, Plausibilität, Aussageabsicht oder Begründungen zu überprüfen. Beides zusammen, also Konstruktion und Dekonstruktion, versetzen Schülerinnen und Schüler in die Lage, historisch zu denken.

 

Wie sieht der Geschichtsunterricht am Gymnasium Brunsbüttel aus?

Der Geschichtsunterricht am Gymnasium Brunsbüttel orientiert sich an folgenden didaktischen Prinzipien:

  • Problemorientierung,
  • Multiperspektivität,
  • Kontroversität
  • Pluralität und Interkulturalität,
  • Wissenschaftsorientierung,
  • Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
  • Handlungsorientierung.

Der Geschichtsunterricht wird in allen Klassenstufen entlang festgelegter Themen erteilt. Während dies in der Orientierungs- und Mittelstufe (Klasse 6 bis 10) in der Regel klassisch chronologisch, d.h. von der Antike bis in die Neuzeit, erfolgt, wird das Fach in der Oberstufe überwiegend entlang von folgenden Längsschnittthemen unterrichtet.

  • E1: Vergangenheit und Gegenwart – Lernen aus der Geschichte?
  • E2: Begegnungen von Kulturen – Konfrontation, Abgrenzung oder Integration?
  • E3: Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft – Kontinuitäten und Brüche
  • Q1.1: Die Menschenrechte aus universal-historischer Perspektive – angeboren, egalitär, unteilbar und universell?
  • Q1.2: Nationale Identitäten seit dem 19. Jahrhundert – Realität oder Konstruktion?
  • Q2.1: Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme
  • Q2.2: Dauerhafter Friede – eine Utopie? Friedensschlüsse und Lösungsversuche internationaler Konflikte

In der Oberstufe wird das Fach Geschichte auf grundlegendem Anforderungsniveau oder als profilgebendes Fach auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet. Dies drückt sich u. a. in der Stundenzahl aus. Das grundlegende Anforderungsniveau wird durch zwei Stunden pro Woche erreicht. Wird Geschichte als Profilfach gewählt, ist der Unterricht in der Einführungsphase (11. Klasse) dreistündig, in der Qualifikationsphase (12/13) dann vierstündig.

Neben dem traditionellen Geschichtsunterricht kommt der Planung, Teilnahme und Mitgestaltung an historischen Projekten, Wettbewerben und Ausstellungen eine große Bedeutung zu. Das außerschulische Lernen an historischen Orten ist im Geschichtsunterricht am Gymnasium Brunsbüttel fest verankert.

Bei unseren Austauschfahrten, aber auch bei allen Klassen- und Studienfahrten (z.B. Trier, Berlin) sind historische Exkursionen und Besichtigungen ein fester Bestandteil.

Neben dem regulären Geschichtsunterricht in deutscher Sprache wird das Fach Geschichte in der Mittel- und Oberstufe in einer Lerngruppe pro Jahrgang auch bilingual in englischer Sprache angeboten.

Bedingt durch erhebliche didaktische Änderungen in den Fachanforderungen, die zum Schuljahr 2016/17 neu in Kraft getreten sind, ist das bisherige Fachcurriculum obsolet geworden. Ein neues befindet sich derzeit im Aufbau.

 

Medienkompetenz

Der Einsatz von Medien bildet einen weiteren Schwerpunkt des Unterrichts. In der Auseinandersetzung mit Medien eröffnen sich Schülerinnen und Schülern erweiterte Möglichkeiten der Wahrnehmung, des Verstehens und Gestaltens. Für den handelnden Wissenserwerb sind Medien daher selbstverständlicher Bestandteil des Unterrichts. Sie unterstützen die individuelle und aktive Wissensaneignung und fördern  selbstgesteuertes, kooperatives und kreatives Lernen. Medien, insbesondere die digitalen Medien, sind wichtige Elemente zur Erlangung übergreifender Methodenkompetenz. Dazu gehört auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Bild von Wirklichkeit, das medial erzeugt wird. Schülerinnen und Schüler sollen den Einfluss der Medien reflektieren und dabei erkennen, dass Medien (Internet, Nachrichten, Zeitungen, Bücher, Filme, soziale Medien etc.) immer nur eine Interpretation, eine Lesart von Wirklichkeit bieten, und sie sollen sich bewusst werden, dass ihr vermeintlich eigenes Bild von Wirklichkeit durch die Medien (mit-)bestimmt wird.

 

 

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